Familienfeier begegnet telemedizinischer Videosprechstunde

Familienfeier begegnet telemedizinischer Videosprechstunde

Vier Senioren und ein Altenpfleger tauschen sich aus

Von Silke Kropp

Die digitale Videosprechstunde wird von der Politik und einem Teil der Ärzteschaft vorangetrieben. Wie stehen Senioren und Pflegepersonal zu dieser neuen Form ärztlicher Zuwendung? Eine Gesprächsrunde beim Geburtstagskaffee liefert Einblicke.

Familienrunde diskutiert über telemedizinische Sprechstunde.

Von links nach rechts: Die Autorin, Tomas, Herbert, Werner, Emi, Wolfgang*
(* Namen teilweise auf Wunsch geändert, Anmerkung der Redaktion)

Die Feier ist ein geeigneter Anlass zum Gedankenaustausch über ärztliche Online-Sprechstunden. Vier Senioren, Werner (83 Jahre), Herbert (74), Wolfgang (79) und Emi (67), und ein Altenpfleger, Tomas (44), setzen sich mit Fragen der Autorin auseinander.

Was war eure längste Zeit im Wartezimmer eines Arztes?

EMI: Eine Stunde.

WOLFGANG: Drei Stunden, aber das war immer nur, wenn ich nicht angemeldet war.

HERBERT: Bei mir war es trotz Anmeldung teilweise über vier Stunden. Das Argument war, dass es wir den Vorteil hätten in einer Uniklinik zu sein, wo es aber Notfälle gäbe. Das waren aber Arztbesuche für meine Frau.

WERNER: Ab vier Stunden ist es unangenehm geworden. Das war nicht für mich persönlich, sondern auch für meine Frau. Aber dann sind wir in der Regel drangekommen.

Was stellt ihr euch unter einer ärztlichen Videosprechstunde vor?

EMI: Ich habe über WhatsApp einen Witz über eine elektronische Sprechstunde bekommen: Einer sitzt vor einem Gerät, das ihm sagt: „Erzählen sie mir ihre Krankheit, fassen sie sich aber bitte kurz.“ Der Mann überlegt und sagt: „Äh…, ehm…, öh.“ Dann sagt das Gerät: „Das hat zu lange gedauert, bitte der Nächste.“ (Alle lachen.)

WOLFGANG: Das ist in Alaska und Teilen von Kanada üblich, wo der Arzt sehr weit weg ist. Der Arzt wird über Video konsultiert, man bekommt eine Diagnose und ein Flieger bringt die Medikamente.

WERNER: Ist das in Deutschland geplant, oder ist das schon existent?

SILKE: Es besteht seit April 2017 die Möglichkeit, dass eure Ärzte euch Videosprechstunden anbieten können. Allerdings nur zur Beratung oder Betreuung.

WERNER: Das heißt die Diagnose wird nicht am PC gestellt, sondern in einem persönlichen Treffen mit dem Mediziner.

SILKE: Genau. Ärzte dürfen bislang nicht fernbehandeln oder -diagnostizieren. Wobei gerade Anfang des Jahres Baden-Württemberg ein neues webbasiertes Medizinportal in die Wege geleitet hat, Teleclinic, in dem Ärzte Diagnosen stellen und behandeln dürfen (mehr über Telemedizin).

WERNER: Das heißt, das ist dann eine Behandlung per Telefon?

SILKE: Oder über Videoübertragung, so ähnlich wie Skype.

EMI: Wo man sich gegenseitig sieht und erzählt.

WERNER: Also es ist kein Formular, das man ankreuzt, wie hoch ist der Blutdruck, niedrig oder hoch und so weiter. Und der Arzt sammelt die Daten, die man über den PC überträgt und gibt dann anschließend dazu einen Kommentar?

SILKE: Es geht um ein Gespräch über Videoschaltung. Du kannst aber zusätzlich deine Daten übermitteln, über funkfähige Geräte auch elektronisch. Es gibt Apps für das Smartphone, die die Körpertemperatur messen und hinschicken, oder Pulsmesser übertragen den Puls, elektronische Waagen dein Gewicht. Auch mini EKGs kann man machen.

WERNER: Es gibt aber auch Dinge, die man nicht elektronisch messen kann. Wenn ich Bauchweh habe, dann muss ich das sagen und kann es nicht messen lassen von einem Gerät.

Generation 60+ mit Smartphone
Emi und Wolfgang können sich
Videosprechstunden per Smartphone vorstellen.

Für welche Indikation könnte man auch eine Videosprechstunde machen?

WOLFGANG: Per Videoübertragung kann man nicht alles erkennen. Du kannst zwar sagen, ich habe Bauchschmerzen, aber das kann alles sein. Ein Hausarzt legt dich auf die Pritsche und tastet dich ab. Es geht nur um Krankheiten, die man am Telefon schildern kann.

EMI: Ich habe es mit dem Blutdruck. Das wäre kein Problem, wenn ich meinen Arzt frage, soll ich die Tabletten weiternehmen, oder mehr oder weniger davon nehmen. Das könnte ich mir auch vorstellen über Videosprechstunde zu fragen.

HERBERT: Mit Videosprechstunden hätte ich ein gutes Gefühl, wenn man etwas hat, das man selbst abschätzen kann.  Aber wenn es etwas ist, was man vorher noch nie gehabt hat, hätte ich Schwierigkeiten damit. Zum Beispiel haben alle gesagt beim Vorhofflimmern, ja, haben sie denn nichts gemerkt? Ich habe nichts gemerkt, weil ich nicht wusste, was ich hätte merken sollen.

WERNER: Ich habe mit meinem alten Hausarzt demnächst ein Treffen vereinbart, wegen Hüftarthrose, das könnte ich auch über eine Online-Sprechstunde machen. Weil ich kein Auto mehr fahre und durch die Hüftarthrose gehbehindert bin, würde ich lieber auf einem Stuhl sitzen bleiben und telefonieren. So lange es noch irgendwie geht, würde ich es aber vorziehen einen Arzt, zumindest beim ersten informativen Gespräch, persönlich zu sprechen. Ohne persönlichen Kontakt kann der Arzt undeutliche Symptome nicht beurteilen.

TOMAS: Das wäre sogar unverantwortlich. Aber bei einer Grippewelle geht jeder zweite in die Praxis mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen oder Schnupfen. Da könnte man sich sicher per Videoschaltung auf eine Therapie einigen. Es wäre auch für die Gesellschaft besser, denn die Leute fahren mit diesen Symptomen in der Straßenbahn zum Arzt und die halbe Bahn wird angesteckt.

HERBERT: Oder sie sitzen krank im Wartezimmer.

TOMAS: Genau. Da sitzen auch Gesunde, die einfach nur ein Papier brauchen und sich vielleicht anstecken. Schlimmstenfalls ist der Arzt am Ende krank und die Praxis zu. So klare Sachen wie Grippe oder Erkältung würden gehen und ich würde das als Videosprechstunde bei jedem Arzt machen lassen. Man kennt sich selbst schon ein bisschen und weiß was man braucht. Das ist für einen auch angenehmer, wenn man zuhause im Bett bleiben kann.

WERNER: Wenn es sehr viele Grippeerkrankungen gibt und man die Symptome hat, kann der Arzt per Videosprechstunde mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, der hat das auch. Ich hatte vor vier Wochen die Grippe, die war so heftig, ich konnte nicht allein zum Arzt gehen. Meine Tochter kam und hat mich zum Arzt gebracht. Durch das Fieber war ich etwas neben der Spur. Das wäre über eine Videosprechstunde angenehmer gewesen.

TOMAS: Die Patienten unserer ambulanten Pflegestation würden bestimmt vorziehen, sich über Video auseinander zu setzen, da die meisten gehbehindert sind. Bei uns in den Dörfern sind die Arztpraxen oft im 1. Stock ohne Lift. Die Leute gehen lieber nicht zum Arzt, weil sie Angst haben zu fallen. Termine für Hausbesuche zu bekommen wird auch immer schwieriger. Die Videosprechstunde wäre für viele ein großer Vorteil.

WERNER: Das System wäre auch vorteilhaft für Gegenden, wo es wenig Ärzte gibt auf dem Land. Dass die Leute nicht in die Stadt fahren müssten.

WOLFGANG: Ich fände eine Videosprechstunde von Vorteil, wenn man schneller mit einem Arzt sprechen könnte. Heute muss man teils Wochen, manchmal sogar Monate auf einen Termin warten.

HERBERT: Ich würde immer Wert auf die persönliche Präsenz des Arztes legen.

TOMAS: Obwohl du drei Monate auf einen Hautarzttermin warten müsstest?

HERBERT: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei Online-Sprechstunden schneller geht, denn die Zeiten müssen auch eingeplant werden.

WERNER: Für einen Arzt ist es klar. Er muss durch die neue Technik mindestens genauso gut finanziell dastehen wie vorher. Zweitens darf er zeitlich nicht mehr belastet sein, denn das zusätzlich in der Mittagspause zu machen, ist keine Lösung.

HERBERT: Es muss dann einen Donnerstag Morgen,

WERNER: oder einen Mittwoch Nachmittag,

HERBERT: oder einen festen Termin für die Videosprechstunde geben.

WERNER: Das ist auch wieder schlecht.

HERBERT: Darum habe ich gesagt, es würde nicht schneller gehen mit den Terminen.

WOLFGANG: Das glaube ich auch nicht. Aber wenn du jetzt sagst, mir geht es schlecht dann musst du doch die Möglichkeit haben per Videosprechstunde zu schildern, um was es geht. Der Arzt muss aber auch Zeit haben. Das kann keiner sein mit einer normalen Praxis.

SILKE: Du bekommst für Videosprechstunden auch feste Termine zugewiesen.

WOLFGANG: Wenn es jemandem akut schlecht geht, sollte er gleich drankommen. Da müsste ein ganzes Ärzteteam bereitstehen, 10 Ärzte, die das in Empfang nehmen, nicht nur einer.

HERBERT: Dann geht das rote Licht an und alle spritzen auf. (Alle lachen.)

SILKE: Bei der Teleclinic kommst du zu einem Ärztepool. Aber dann kennst du den Arzt nicht.

WERNER: Das ist bei uns zum Teil auch schon. Ich habe vor kurzem schnell einen Röntgentermin gebraucht in einer Praxis mit 7 Ärzten. Bei einem, den ich gut kannte, hätte ich 4 Wochen auf einen Termin warten müssen. Also habe ich einen Termin bekommen bei einem Arzt, den ich nicht kannte. Und das ist dann prompt schiefgelaufen. Das muss aber nicht immer so sein. Arthrose hat er schon gesehen, aber er hat einen Stein im Harnleiter gesehen und mich zur Urologin geschickt. Das war aber ein verkalkter Lymphknoten. Aber für die Schmerzen war das egal, die stammten von der Arthrose.

Wäre es euch wichtig, dass ein Rezept ausgestellt werden könnte, wenn man sich per Videosprechstunde meldet?

WOLFGANG: Ja klar. Aber das ist ein Organisationsproblem, das ist so einfach nicht zu machen.
WERNER: Das wäre lösbar. Der Arzt könnte das Rezept an die Apotheke schicken und die Apotheke liefert es nachhause.

Senior mit Computer und Smartphone
Digitale Sprechstunden wären
für Herbert technisch kein Problem.

Ihr habt eure schwerkranken Frauen oft zum Arzt begleitet. Die Anfahrten waren teils lang, die Wartezeiten auch. Wären Termine dabei gewesen die per Videosprechstunde hätten stattfinden können?

WERNER: Auf Anhieb sage ich nein. Das war alles zu kompliziert.

HERBERT: Ich auch.

WOLFGANG: Ich sage auch nein. Meine Frau hatte eine Lungenfibrose. Das kann man nicht über eine Videoschaltung feststellen. Sie war bis eine viertel Stunde vor ihrem Tod völlig klar im Kopf. Über eine Videoschaltung hätte man nicht gemerkt, dass sie krank ist. Für 0815-Krankheiten mit Symptomen, die man kennt, da lasse ich mir das gefallen, aber wenn es etwas komplizierter ist, da muss man persönlich beim Arzt sein.

WERNER: Aber ich habe eine Situation gehabt, die genau dieses System beinhaltet. Ich bin mit meiner Frau von der Uniklinik gekommen und sie hat sich sonderbar verhalten, sonderbar geredet. Ich habe dann bei der Ärztin in der Uniklinik angerufen, bei der wir waren. Und sie hat gesagt, gehen sie mit ihr sofort in die nächste Klinik, das könnte ein Schlaganfall sein. Es war dann eine Hirnblutung. Das war ein über das Telefon erfolgter Ratschlag, der richtig war. Angenommen ich wäre mit ihr wieder zurück in die Uniklinik gefahren, das wäre zu weit gewesen und hätte viel Zeit gekostet.

HERBERT: Nachdem meine Frau zuhause war und umgestellt wurde auf schmerzhemmende Mittel, war ich regelmäßig telefonisch mit der Schmerztherapeutin in der Uniklink verbunden. Wenn die Schmerzen wiederkamen, hat sie die Medikation umgestellt. Bis sie dann irgendwann gesagt hat, das ginge telefonisch nicht mehr. Ich müsste eine Schmerztherapeutin beauftragen, die meine Frau sieht. Vielleicht wäre das noch besser mit einer Videosprechstunde gewesen.

WERNER: Das sind Situationen, wo man ohne weiteres sagen kann, das geht sehr gut.

HERBERT: Ja, und das wäre natürlich aufwendig gewesen, jedesmal in die Uniklinik zu fahren.

Ihr seid oft auf Reisen oder im Ausland. Würde euch die Vorstellung, eine Videosprechstunde mit euren Ärzten zuhause abhalten zu können, beruhigen?

WOLFGANG: Ich würde zum ausländischen Arzt gehen. In Südspanien haben wir überall gelesen ‚Deutsche Praxis‘. Medikamente bekomme ich leichter in dem jeweiligen Land.

EMI: Ich würde eher zu einem Videogespräch mit meinem Hausarzt tendieren. Dem würde ich mehr vertrauen.

HERBERT: Ich stimme  EMI zu. Gerade hatte ich es am Herzen. Wenn ich in Spanien wieder die Symptome bekäme, würde ich lieber mit meiner Hausärztin sprechen wollen oder mit dem Kardiologen, der mich behandelt hat.

SILKE: Du bist kurz vor deinem Spanienaufenthalt diagnostiziert worden. Wenn du gewusst hättest, ich kann von dort eine Videoschaltung einberufen, hätte dich das beruhigt?

HERBERT: Das ist mir zu abstrakt, da ich an Videosprechstunden damals noch nicht gedacht habe. Aber ich bin beruhigt gefahren, weil ich dem Arzt vertraut habe, der gesagt hat, es ist alles okay. Ich habe zwar speziell nicht gefragt ob ich fliegen darf… (Alle lachen.)

EMI: Meine Schwester hat es auch am Herz. Ihr Arzt hat gesagt, Fliegen wäre kein Problem. Dafür würde eigentlich auch eine Videosprechstunde reichen.

80-Jähriger mit Smartphone
Werner sieht Vorteile in der Online-Sprechstunde, möchte aber den Arzt persönlich kennen.

Welche Bedenken habt ihr gegen Videosprechstunden?

TOMAS: Die Software soll teuer und kompliziert sein. Ich kenne mehrere Praxen, die haben Probleme mit Computern, ohne diese komplexe Software. Vielleicht hat der Arzt mit dem System Schwierigkeiten, oder er muss noch mehr Formulare ausfüllen. Ich bin gespannt wie die Bereitschaft des Arztes, Videosprechstunden einzuführen, aussieht.

WOLFGANG: Mit einem I-phone ist das alles machbar. Aber wenn ich mir eine Tante Gustel vorstelle, für die kommt die Technik nicht in Frage. Sie nutzen Telefone, aber Kameras?

WERNER: Aber es reicht ein Tablet.

WOLFGANG: Ja, aber das musst du bedienen können. Für Leute wie du, die mit Computer umgehen können, ist das kein Problem. Es ist eine Minderheit, die da mitmachen kann. Allein, dass die Technik vorhanden ist, und dass sie die Technik bedienen können.

EMI: Ich denke an meine Schwester, die war jetzt 70. Die kann das nicht.

WOLFGANG: Es braucht einen guten Internettarif und ein Videosystem, das leistungsfähig übertragen kann, das kommt noch dazu. Die meisten Netze auf dem Dorf geben das gar nicht her. Da braucht man Glasfaservernetzung, damit die entsprechende Kapazität vorhanden ist.

HERBERT: Aber das hat die GroKo beschlossen, dass das jetzt alles behoben wird. (Alle lachen.)

EMI: Da bin ich gespannt.

WOLFGANG: Warten wir es ab. Rein technisch sehe ich Probleme. Die Leute, die nicht zum Arzt gehen können, weil sie krank und behindert sind, die sind auch meistens nicht in der Lage soetwas zu bedienen.

WERNER: Aber das war schon immer der Fortschritt, dass es immer Leute gab, die nicht mehr mitgekommen sind. Bei der nächsten Generation ist es schon anders.

HERBERT: Die Bank hat zum Beispiel umgestellt auf Onlinebanking, das ist immer mehr verbreitet.

WOLFGANG: Wieviele machen ihre Überweisung online? Vielleicht hier in dem Kreis alle, aber sonst?

HERBERT: Aber das geht alles weiter. Oder die Einkommenssteuer geht jetzt alles digital über Elster. Man braucht sogar für 2017 die Belege nicht mehr einschicken, man braucht nicht mehr unterschreiben.

WERNER: Ich erinnere mich, als die Bezahlung nicht mehr per Lohntüte erfolgte, sondern als Überweisung auf die Bank. Ich hatte eine Mitarbeiterin, die wollte das Geld auf die Hand haben.

HERBERT: Das haben sie eine längere Zeit gemacht. Die Umstellung hat lange gedauert.

WOLFGANG: Da haben die Frauen am Tor gestanden und haben den Männern die Tüte abgenommen, sonst wären die in die nächste Kneipe und hätten das durch die Gurgel gejagt.

EMI: Das kenne ich auch noch.

WOLFGANG: Ich spinne das mal weiter. Ein Handy mit Kamera haben fast alle. Eine Videosprechstunde über Smartphone ist besser als über eine feste Anlage zuhause.

WERNER: Oder über das i-pad. Es kommt hinzu, dass die Politik Sorge tragen muss, dass das System für alle machbar ist. Die können kein System installieren, wo sie von vorneherein wissen 70% können es und 30% können es nicht.

HERBERT: So wird es sich wohl einpendeln.

WERNER: Das geht nicht.

SILKE: Ich kann mir vorstellen, dass zum Beispiel die Kinder es ihren Eltern erklären können. Oder dass Krankenkassen auch Pflegepersonal einsetzen, das hinfährt und den Patienten erklärt wie sie das System nutzen können.

HERBERT: Oder sie helfen dir direkt, setzen sich mit dir hin und vermitteln eine Videosprechstunde mit einem Arzt. Wenn die Videosprechstunde eingeführt wird, dann dauert das Jahre bis es wirklich flächendeckend angenommen wird.

WOLFGANG: Jahrzehnte.

WERNER: Wahrscheinlich ist es so, dass es auf einem kleinen Gebiet installiert wird als Testphase. Wenn es sich nach einem Jahr gut entwickelt, wird es ausgedehnt.
SILKE: Bei Stuttgart wird so ein Projekt eingeführt. Docdirect heißt das.

Wäre der Arzt weniger vertrauenswürdig, wenn er nur über den Bildschirm mit euch spricht?

HERBERT: Nein.

EMI: Nein.

WERNER: Nein, wenn der Arzt bekannt ist, ist das kein Problem. Wenn er unbekannt ist, dann schon.

HERBERT: Wenn er dich nicht kennt, dann wäre das auch nicht gut. (Alle lachen.)

HERBERT: Ich müsste überzeugt sein, dass der Arzt bei Unsicherheiten einen persönlich einbestellt und keine Ferndiagnose stellt. Was er ja nicht darf, oder?

SILKE: In Deutschland gilt generell das Fernbehandlung und Ferndiagnoseverbot, abgesehen von den Projekten in Baden-Württemberg. Auf dem 121. Ärztetag soll im Mai über die Fernbehandlung abgestimmt werden. Auch die Bundesregierung treibt das Thema voran.

WERNER: Das ist interessant. Was würde es bewirken, wenn das Videosprechstunden-System kommt?

EMI: Die Sprechzimmer wären leer. (Alle lachen.)

 

Die Kommentare sind geschloßen.