Welttag des Hörens: Weltgesundheitsorganisation will Aufmerksamkeit für Hörgesundheit schärfen

Welttag des Hörens: Weltgesundheitsorganisation will Aufmerksamkeit für Hörgesundheit schärfen

Menschliches Ohr
Foto: Hans/pixabay.com

Alljährlich am 3. März, am World Hearing Day, oder frei übersetzt, am Welttag des Hörens, ruft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu auf, die Hörgesundheit zu schützen. Sie will damit weltweit das Bewusstsein schärfen, wie die Gesundheit der Ohren und des Gehörs gefördert und Hörverlusten und Taubheit vorgebeugt werden kann.

Unter dem diesjährigen Motto „Hear  the Future“ will die WHO auf die wachsende Zahl von Menschen mit Hörverlusten und gleichzeitig auf verschiedene Strategien zur Vorbeugung von Schwerhörigkeit aufmerksam machen. Laut WHO leben heute bereits mehr als 466 Millionen Menschen mit einem eingeschränkten Gehör. Sie schätzt, dass bis 2050 nahezu jeder zehnte Mensch weltweit unter einem Hörverlust leidet. Einschränkungen des Gehörs können in jedem Alter auftreten. Ursachen sind z. B, Lärm, Kopf- oder Ohrverletzungen, aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente. Bei älteren Menschen sieht die WHO neben dem normalen Alterungsprozess, Lärm und Medikamenten vor allem Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck als Ursachen von Schwerhörigkeit an.

Das Gehör spielt für unsere Gesundheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Laut WHO hat ein Verlust der Hörleistung gravierende Folgen. Schwerhörige Menschen verlieren die Fähigkeit mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Daraus können sich besonders für ältere Menschen negative Gefühle wie Einsamkeit, soziale Isolation, Frustration, bis hin zu Depressionen entwickeln. Da unser Gehör auch mitverantwortlich ist, dass wir uns im Raum orientieren können, steigt sogar das Risiko eines Sturzes für Menschen mit geschädigtem Gehör. Darüber hinaus gibt es immer deutlichere Hinweise, dass es einen Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Demenz gibt, wie eine erst kürzlich von Amieva et al. (2018) veröffentlichte Langzeitstudie nahelegt.

Um die Folgen eines Hörverlustes zu mindern, empfiehlt die WHO die Ohren zu schützen, z. B. vor Lärm, frühzeitig ärztlichen Rat zu suchen, und technische Hilfsmittel wie Hörgeräte zu nutzten. Die Nutzung einer Hörhilfe kann einer weiteren Verschlechterung des Gehörs vorbeugen und gefährlichen Nebeneffekten wie Vereinsamung, Depression und Stürzen entgegen wirken. Von gut angepassten Hörgeräten, die regelmäßig gepflegt und überprüft werden, können viele Menschen mit Hörproblemen profitieren und ihre Lebensqualität verbessern.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Weltgesundheitsorganisation: Welttag des Hörens

Langzeitstudie über den Zusammenhang zwischen dem Gehör und der allgemeinen Gesundheit:
Hélène Amieva, Camille Ouvrard, Céline Meillon, Laetitia Rullier, Jean-François Dartigues; Death, Depression, Disability, and Dementia Associated With Self-reported Hearing Problems: A 25-Year Study, The Journals of Gerontology: Series A, , glx250, https://doi.org/10.1093/gerona/glx250

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