Smarte Assistenz
für Sicherheit zuhause

Smarte Assistenz
für Sicherheit zuhause

Für ein selbständiges Leben zuhause werden immer mehr digitale Hilfsmittel auf Senioren zugeschnitten. Viele davon gewährleisten eine höhere Sicherheit im Alltag.

Selbständig zuhause alt werden.
Foto: stevepb/ pixabay.com

Viele Technologien machen das Leben älterer Menschen sicherer. Diese intelligenten Unterstützer werden jedoch nur zögerlich angenommen. Eine der Hauptgründe hierfür sind mangelnde Kenntnisse über vorhandene Produkte oder Dienstleistungen, wie eine Online-Befragung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ergab. Wir stellen Ihnen daher einige Innovationen vor.

Das BMBF schreibt in seiner Broschüre Besser leben im Alter durch Technik: Ziel ist es, ältere oder eingeschränkte Menschen zu unterstützen, möglichst lange und selbständig in den eigenen vier Wänden leben zu können. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Gewißheit, bei Gefahr schnell eine Hilfestellung zu bekommen.

Eins der wenigen Systeme, die sich bislang durchgesetzt haben, ist das Hausnotrufsystem (mehr zu Hausnotrufen). Viele Senioren bleiben durch das damit wiedergewonnene Sicherheitsgefühl länger eigenständig zuhause wohnen. Der Kunde muss hier jedoch selbst den Notknopf drücken.

Geeignete Sensorik im häuslichen Umfeld kann zusätzlich mehr Sicherheit bieten. Die Sensoren, die Gefahren erkennen, schlagen visuell oder akustisch Alarm. Zusätzlich senden sie je nach Einstellung eine Warnung an die Angehörigen, eine Notrufzentrale oder direkt an Rettungsleitstellen.

Grafik eines Hausautomationssystems
Hausautomationssysteme können das
Leben erleichtern und für mehr Sicherheit sorgen.
Foto: geralt/pixabay.com

Stürze oder allgemeine Notlage

Eine der Hauptsorgen für ältere, alleinlebende Menschen und deren pflegende Angehörigen sind häusliche Stürze. Nicht selten liegt jemand mehrere Stunden bevor er gefunden wird. Ebenso können Senioren sich in einer physischen Notlage befinden und sich nicht mehr aus dem Bett oder Sessel bewegen.

  • Falldetektoren werden am Körper getragen und registrieren Stürze.
  • Tagestasten am Hausnotrufbasisgerät haben festgelegte Zeiten an denen sie gedrückt werden müssen, um sicher zu gehen, dass es dem Senior gut geht.
  • Verschiedene Bewegungsmelder erkennen ein verändertes Verhaltensmuster.
    • Infrarotsender können strategische Punkte erfassen, zum Beispiel vor Bett oder Badtür: Ist meine Mutter heute aufgestanden, ist sie ins Bad gegangen?
    • Beobachtungssysteme zeichen genau auf, wann sich der Pflegebedürftige in welchem Zimmer aufgehalten hat, wann er welche Geräte bedient hat. Weicht das Verhalten ab von der Norm, war zum Beispiel morgens keine Bewegung im Bad, sendet das System einen Alarm.
    • Sensormatten oder komplette Bodenbeläge erkennen ob eine Person längere Zeit an einer Stelle liegt. Auch können sinnvoll platzierte Trittmatten programmiert werden, dass sie in bestimmten Zeitkorridoren betreten werden müssen.
    • Sensoren können beliebig an zum Beispiel Türen, Fenstern, Lichtschaltern oder Schubladen angebracht werden, um abweichende Verhaltensmuster zu überwachen.

Einbruch

Viele Senioren haben Angst vor Einbrechern. Um sicher zu gehen wem man die Tür öffnet, eignet sich ein digitaler Türspion. Dieser nimmt ein Bild der klingelnden Person vor der Tür auf und sendet es an eine Fernbedienung mit Display. Der Senior sieht so genau, wem er mit dem Türsummer öffnet.

Gegen die Einbrecher, die nicht erst höflich klingeln, gibt es viele verschiedene Alarmanlagensysteme.

  • Hausautomationssysteme können vor Einbrechern schützen, indem sie automatisch die Rolläden schließen. Für viele Senioren ist es mittlerweile zu anstrengend, die Läden selbst hochzuziehen. Zudem erkennen die Systeme, ob Fenster und Türen geöffnet werden.
  • Bewegungsmelder können Bewegungen am oder im Haus, wo keine sein sollten, erkennen.
  • Sensoren an Türen, Schubladen oder Schränken melden, wenn diese außerplanmässig geöffnet werden.
Badewasser läuft in Wanne ein.
Das Überlaufen der Badewanne
kann durch Alarmsignale verhindert werden.
Foto: quinntheislander/pixabay.com

Wasserschäden

Manchmal vergisst man, dass das Badewannenwasser läuft, weil die Enkelin gerade anruft. Um größeren Wasserschäden vorzubeugen, kann man sich mit Wassersensoren behelfen.

  • Ein Badewannenalarm löst ein Sigal aus, kurz bevor die Wanne überläuft.
  • Wassermelder können an taktischen Stellen, wie neben Badewanne, Waschmaschine, Spül- oder Waschbecken platziert werden. Bei Wasserkontakt wird Alarm ausgelöst.

Feuer und Hitze

  • Bei starker Rauchentwicklung oder gar Feuer sind manche Senioren von herkömmlichen Rauchmeldern überfordert. In dem Fall hilft eine digitale Vernetzung mit Rettungsleitstellen oder Notrufzentralen. Rauchmelder mit Funkplatinen setzen bei Rauchentwicklung Signale und Notrufe ab. Sie lassen sich auch mit einem Hausnotrufsystem verbinden. Bei Rauchentwicklung meldet sich ein Mitarbeiter der Notrufzentrale, um abzuklären, ob es sich tatsächlich um eine Gefahr oder nur um ein angebranntes Schnitzel handelt. Nur in echten Notfällen werden die Rettungsleitstellen gerufen.
  • Für schwerhörige Senioren können Rauchmelder auch optische oder mechanische Reize auslösen. Zum Beispiel kann es eine Vernetzung zu Blitzleuchten in den Zimmern oder einem Rüttelkissen in Bett oder Sessel geben.
  • Hitzesensoren erkennen einen Hitzestau über dem Herd. Dies lässt sich auch Koppeln mit einem Bewegungssensor vor dem Herd. Gibt es eine starke Hitzeentwicklung und keine Bewegung, schaltet sich der Herd automatisch aus.
Brutzelndes Spiegelei in Pfanne
Überhitzung des Herdes kann durch eine
automatische Herdabschaltung vermieden werden.
Foto: Joenomias/pixabay.com

Licht

Viele häusliche Stürze von älteren Menschen sind auf eine mangelhafte Beleuchtung zurückzuführen. Für gehbehinderte Senioren ist es oft schwierig den Lichtschalter zu betätigen. Hier helfen Sensoren, die bei Bedarf für Helligkeit sorgen.

  • Bewegungsmelder schalten Lampen automatisch ein. Wichtig ist ein gute Beleuchtung auf dem Weg zwischen Bett und Bad.
  • Trittmatten vor dem Bett können mit Licht verknüpft sein. Sobald ein Senior nachts aufsteht und auf die Bettvorlage tritt, geht eine Lampe an.

Sollten Sie Interesse an einem der Systeme haben, empfehlen wir die nationale Referenzdatenbank, das Wegweiser Alter und Technik Portal. Die Seite bündelt die auf dem deutschen Markt vorhandenen Assistenzsysteme. Sie wird vom Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie betrieben und vom BMBF gefördert. Hier können Sie mit Schlüsselwörtern nach Produkten oder Anwendungsfällen suchen.

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