Kommentar – Digitalisierung in der Pflege

Kommentar – Digitalisierung in der Pflege

Wer länger lebt, ist später tot

Mit 66 ist noch lang noch nicht Schluss!

Freunde, wie die Zeit vergeht.  Ziemlich genau vierzig Jahre hat Udo Jürgens‘ Gassenhauer mittlerweile auf dem Buckel … und nicht nur der, auch alle die damals bei seinen Klängen kräftig mitklatschten und schunkelten.  Der charmante Entertainer weilt nun leider nicht mehr unter uns,. Glaubt man den Medienberichten hat er sein Leben auch im hohen Alter noch in vollen Zügen genossen. Es sei ihm gegönnt. Es sei auch allen gegönnt, die mit diesem Hit ebenfalls vierzig Jahre älter geworden sind und entsprechend dem Songtitel „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“ ihren Lebensabend gestalten .

Bei aller Euphorie, das Leben fängt keineswegs mit 66 Jahren an, es befindet sich eher auf der Zielgeraden. Ganz unabhängig von genetischer Veranlagung, finanziellen Möglichkeiten oder sozialem Umfeld , der Alterungsprozess ist unaufhaltsam, bei dem einen etwas früher, bei dem anderen etwas später. Fakt ist, die Menschen in den hochentwickelten Wirtschaftsnationen werden immer älter. Des einen Freud ist gleichzeitig des anderen Leid, denn durch die geringer werdende Geburtenrate  kommt es  zu einem Ungleichgewicht. Immer weniger junge Menschen stehen immer mehr älteren Menschen gegenüber. Das ist dann der vielbeschworene demografische Wandel. Über den hat sich schon so mancher kluge Kopf den selbigen zermartert.

Sich darauf zu verlassen, dass einen der eigene Nachwuchs im hohen Alter umsorgt, hat sich bereits bei so manchem als Trugschluss erwiesen. Die Gründe sind dabei erst einmal zweitrangig. Momentan kompensieren Pflegekräfte  vor allem aus Osteuropa noch den bei uns vorherrschenden Pflegenotstand. Bloß wie lange noch. Pflege 4.0 heißt das Zauberwort und bedeutet nichts anderes, das langfristig eine ganze Armada an kleinen und großen digitalen Helfern diesen Missstand beheben sollen. Der ein oder andere Nostalgiker sieht darin schon die totale Degeneration unserer Gesellschaft, während viele andere voller Optimismus in die Zukunft blicken.

Doch gemach, bis zum Beispiel ein sogenannter Assistenz-Roboter ähnliche Fähigkeiten vorweisen kann wie sein menschliches Pendant, werden noch Jahre, eher sogar Jahrzehnte vergehen. Ein Großteil, der diese Zeilen hier liest, wird es wahrscheinlich gar nicht mehr erleben. Was also tun? Tee trinken und abwarten? Sicherlich nicht! Gelassenheit heißt das Zauberwort. Vielleicht sollte man sich einfach ein Beispiel an eingangs erwähntem Udo Jürgens nehmen, sein Leben genießen so lange wie nur irgend möglich. Dazu braucht man nicht immer einen prall gefüllten Geldbeutel. Alles andere regelt sich ohnehin irgendwann und irgendwie von selbst.

Text: Lothar Zimmer

Foto: pixabay.com

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