Kluge Kleidung

Kluge Kleidung

Smart-Clothes überwachen Vitalwerte

 

Grafik der Herzschlagfrequenz
Die Vitalwerte immer im Blick, dank integrierter RFID-Chips. Foto: fotoART by Thommy Weiss / pixelio.de

Als Unterstützer im Gesundheits-Monitoring wurden Technologien wie Wearables vor allem durch den Fitnessbereich bekannt. In vernetzter Kleidung haben sie jetzt das Display verlassen und werden mehr und mehr in der Gesundheitsvorsorge, der Medizin und in der Pflege eingesetzt.

Blutdruck und Puls können künftig durch in Kleidung eingenähte Sensoren längerfristig überwacht werden. Im Fachmagazin „Nature Electronics“ stellten Forscher um Xiaonan Hui von der Cornell Universität Ithaca ein neues Verfahren mit RFID-Chips, einer Technologie für Sender-Empfänger-Systeme, vor. Die smarte Kleidung greift auf die Eigenschaft zurück, dass sich die Vitalwerte direkt am Körper immer noch am besten ablesen lassen. Störende externe Messgeräte würden so überflüssig werden.

Integrierte Chips dokumentieren Vitalparameter

Dazu wird ein batterieloser Chip in die Brusttasche eingenäht und misst die Atemfrequenz. Gleichzeitig könnten die Chips genutzt werden, um die Bewegung des Herzens wie im Radar nachzuverfolgen. Näht man den Chip in eine Manschette ein, kann am Handgelenk der Puls bestimmt werden. Durch die Kombination der Sensoren ist es möglich, den Blutdruck abzuschätzen. Die Reinigung der Kleidung in der Waschmaschine soll den Chips übrigens nichts anhaben können.

Für das Gesundheitswesen oder die Pflege von Senioren kann die neue Technik von großem Nutzen sein. Wird die kontinuierliche Überwachung der Vitalwerte mittels Sensoren immer genauer, könnte beispielsweise bei einem kritischen Puls automatisch ein Notruf abgesetzt werden.

In Kleidung eingenähte Mirkochips zur Vitalwertüberwachung
Zukünftig können in Kleidung eingenähte batterielose Chips dazu genutzt werden, Puls und Blutdruck zu messen.
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Prognostizierter Anstieg von Smart-Clothes

Im Sportbereich sind Wearables, also Computersysteme, die der Mensch am Körper trägt, schon seit längerem im Einsatz. Indem sie die Herz- oder Schrittfrequenz registrieren und dokumentieren, tragen sie dazu bei, den Trainingserfolg zu überwachen und zu optimieren. Neben Gesundheits- und Bewegungswerten werden dabei auch Umgebungsdaten gemessen, die den genauen Standort des Trägers bestimmen. Smart Clothes sind gewissermaßen die konsequente technische Weiterentwicklung von Wearables. Sie belegen, wie die Technik zunehmend das Display verlässt und sich in den Alltag integriert. Laut Statista, dem deutsches Online-Portal für Statistik, soll der Verkauf von tragbaren Technologien bis 2019 auf 8,4 Millionen Kleidungsstücke jährlich ansteigen.

Hersteller wie Ralph Lauren bieten bereits Polo Shirts an, die automatisch Körperdaten messen und Bewegungen analysieren. Mithilfe einer Solarjacke des Designers Tommy Hilfiger wird Solarmstrom generiert, der es erlaubt, den Akku vom Smartphone aufzuladen. Und vielleicht sind die Guide me Home-Schuhe von Dominic Wilcox, die über rechts oder links aufleuchtende LEDs die Richtung vorgeben, bald nicht mehr bloß ein Kunstobjekt, sondern weisen vergesslichen Senioren den Weg nach Hause. Noch muss sich allerdings zeigen, wie zuverlässig die mit dem Funkchip gewonnenen Daten tatsächlich sind, denn bislang wurde das System nur an einzelnen Probanden getestet.

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